Das Meta-Ranking und die regionalen Häuser

Sowohl die Liste der Top-100-Krankenhäuser als auch die 16 Listen der regionalen Krankenhäuser beziehen sich auf die die gesamte Qualität eines Krankenhauses. Im Gegensatz dazu zeichnen die 43 Fachbereichslisten einzelne Abteilungen bei der Behandlung von Adipositas oder Krebs oder bestimmten orthopädischen Operationen aus. Für die Liste der Top-100 Krankenhäuser berücksichtigt MINQ nur Krankenhäuser, die die Behandlung von Patienten mit einer gesetzlichen Krankenkasse abrechnen dürfen.

 

„Wir prüfen die gesamte Leistung der Häuser.“

Der wichtigste Faktor für die Berechnung der Top-100 ist die medizinische Qualität. Dafür berücksichtigt MINQ die aktuellen Auswertungen der stern-Kliniklisten in 43 verschiedene Fachbereiche bzw. Indikationen. Zusätzlich berücksichtigt MINQ auch die Anzahl der erworbenen Zertifikate eines Hauses. Medizinische Zertifikate einer Fachgesellschaft zeigen, dass ein Krankenhaus hinsichtlich einer spezifischen Behandlung vorgegebene Standards einhält. Dies können Mindestmengen sein, aber auch das Vorhandensein von speziell geschultem Personal.

Im Gegensatz zu anderen Kliniklisten, die nur auf Basis der bloßen Anzahl von ausgezeichneten Abteilungen oder Ärzten in einer Liste berechnet werden, bezieht MINQ weitere krankenhausspezifische Kriterien in die Berechnungen mit ein.

Patientinnen und Patienten können nicht davon ausgehen, dass jedes Krankenhaus jede Behandlung gleich gut beherrscht.

Johannes Strotbek

Senior Projektmanager Weisse Liste, IDW vom 06.07.2023

MINQ wertet beispielsweise Indizien aus, die für besondere organisatorische Anstrengungen eines Hauses stehen. Als Erstes ist hier die Teilnahme eines Krankenhauses an der Initiative Qualitätsmedizin (IQM) zu nennen. Teilnehmende Häuser unterwerfen sich u. a. freiwillig einem sogenannten Peer-Review-Verfahren. Dabei werden anhand ausgewählter Patientenakten mögliche Schwachstellen innerhalb eines Krankenhauses geprüft und besprochen.

Weiteres Indiz für besondere Anstrengungen eines Hauses ist die Teilnahme und eventuelle Auszeichnung der Aktion saubere Hände (ASH). Dieses Aktionsbündnis hat es sich zur Aufgabe gemacht, durch Schulungen die Händehygiene im Gesundheitswesen zu verbessern. ASH zeichnet Häuser mit Gold, Silber und Bronze aus, die sich besonders um die Händehygiene bemühen.

Zusätzlich honoriert MINQ in der Liste der Top-100, die überdurchschnittliche Bewertung durch Patienten.

Entsprechend den erreichten Punkten aus den oben genannten Kriterien setzt sich die Liste der Top-100-Häuser zusammen.

Für die Auswertung fasst MINQ Krankenhäuser mit mehreren Standorten zusammen, sofern diese dasselbe Institutionskennzeichen führen. Die Institutionskennzeichen sind eindeutige Zahlen, mit deren Hilfe Abrechnungen und Qualitätssicherungsmaßnahmen abgewickelt werden.

 

Der Ansatz zu den regionalen Krankenhäusern lehnt sich an den Berechnungen der Top-100-Häuser an. 

Um im Bereich der medizinischen Qualität zu punkten, muss ein Krankenhaus nachweislich mehrfach über besondere Expertisen verfügen. Den Nachweis dieser Expertisen erbringen die Häuser beispielsweise durch die erworbenen Zertifikate von Fachgesellschaften oder ausgezeichnete Fachbereiche in den stern-Kliniklisten.

In die Auswertungen zu den regionalen Häusern wertet MINQ wieder die medizinische Qualität, Teilnahme an IQM und Aktion saubere Hände (näheres siehe auch unter dem Kapitel “Wie werden die Top-100 berechnet?”) sowie positive Patientenbewertungen aus.

Damit ein Krankenhaus in die Liste der ausgezeichneten regionalen Krankenhäuser aufgenommen wird, muss es einerseits die Voraussetzungen für die medizinische Qualität erfüllen, andererseits mehrere Kriterien wie IQM, Aktion saubere Hände und positive Patientenbewertungen erfüllen. 

Damit unterscheidet sich der MINQ-Ansatz für die regionalen Krankenhäuser von anderen Anbietern ähnlicher Listen. Da führt bereits die Listung in einem Fachbereich (z. B. Geriatrie) dazu, dass das gesamte Krankenhaus mit weiteren Fachabteilungen wie Orthopädie, Gynäkologie, Innere Medizin und Chirurgie als „regionales Krankenhaus“ in einem Bundesland prämiert wird. 

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