Arbeitsorganisation
Eine der wichtigsten Auswirkungen auf das Personal ist Organisation der Pflege. Pflegekräfte sind oft enormem physischem und emotionalem Druck ausgesetzt, da sie für das Wohlbefinden und die Genesung der Patienten verantwortlich sind. MINQ analysierte, welche Maßnahmen Häuser ergreifen, um das Pflegepersonal bei ihrer Arbeit zu unterstützen.
Elektronische Pflegedokumentation:
Elektronische Systeme reduzieren den bürokratischen Aufwand erheblich, sodass mehr Zeit für die eigentliche Pflege bleibt.
Maßnahmen zur Betriebssicherheit: Schulungen wie Infektions- oder Notfallschulungen schaffen Handlungssicherheit für das Pflegepersonal in kritischen Situationen.
Servicekräfte zur Unterstützung:
Assistenzkräfte (wie Hol- und Bringdienste, Desinfektion der Zimmer, Bettenaufbereitung etc.) befreien das examinierte Pflegepersonal von pflegefremden Aufgaben, was Stress reduziert.
Um ihren Beruf bestmöglich ausführen zu können, brauchen Pflegekräfte angemessene Arbeitsbedingungen.
Einhaltung der Personaluntergrenze
Die Pflegepersonaluntergrenze (PpUG) ist eine gesetzliche Regelung, die seit dem 1. Januar 2019 in Deutschland gilt. Sie legt fest, dass in bestimmten Bereichen wie Allgemeinmedizin, Unfallchirurgie, Innere Medizin oder Neurologie eine Mindestzahl von Pflegekräften pro Patient vorhanden sein muss. MINQ wertete die Angaben der Krankenhäuser aus dem Jahr 2024 aus.
Berücksichtigung des Pflegepersonalquotienten
Für die Auswertung wertete MINQ zusätzlich den Pflegepersonalquotienten der Krankenhäuser aus. “Der Pflegepersonalquotient ist ein rechnerischer Wert, der die Pflegelast eines Krankenhausstandortes in Bezug zu der Anzahl an Pflegepersonal setzt. Dies ermöglicht eine sachgerechte Beurteilung der Personalbesetzung, da berücksichtigt wird, dass bestimmte Behandlungen oder Krankheiten eine intensivere Pflegebetreuung bedürfen, als andere.” (https://bundes-klinik-atlas.de/methodik/)
Strukturkomponenten:
Diese Komponenten zeigen, ob das Management ausreichend finanzielle Ressourcen in das Personal und gute pflegerische Arbeitsstrukturen investiert.
Patientenzufriedenheit
Auch wenn Patienten:innen nicht direkt die medizinische Qualität beurteilen können, sind deren Bewertungen für die pflegerische Qualität wichtig. Patienten:innen können einwandfrei beurteilen, in welchem Umfang sich das Pflegepersonal um die Patienten:innen kümmern konnte. Hatte das Pflegepersonal ausreichend Zeit, auf die Wünsche der Patienten:innen einzugehen? Eine gute pflegerische Versorgung, die sich in einer hohen Patientenzufriedenheit zeigt, spiegelt damit auch die Arbeitsbedingungen des Pflegepersonals vor Ort wider.
Datenquellen für die jeweiligen Aspekte waren Angaben der Einrichtungen in den Online-Umfragen von MINQ sowie die veröffentlichten Qualitätsberichte.