Die Methodik der Reha-Kliniklisten 2019

Im Blickpunkt: Nachsorge und Wiederherstellung

 MINQ hat wiederholt Deutschlands Rehablitationseinrichtungen untersucht.  Wichtigste Kriterien waren die Reputation eines Hauses bei Patienten, Ärzten und Sozialdienstmitarbeiterinnen und Sozialdienstmitarbeitern.  Außerdem wurden das medizinische Angebot und wichtige Ausstattungsmerkmale untersucht.

Neu in diesem Jahr recherchierte MINQ Einrichtungen, die auf die Behandlung von Rheuma, Diabetes sowie Lungenerkrankungen und Erkrankungen der Verdauungsorgane spezialisiert haben.

Methodisches Vorgehen

Ausgangsmenge und Poolbildung: Untersucht wurden von MINQ in diesem Jahr 1387 Reha-Kliniken sämtlicher Trägerschaften.  Einrichtungen, die ausschließlich Selbstzahler und Privatpatienten aufnehmen, sind nicht berücksichtigt.

Evaluiert wurden Reha-Kliniken für die Bereiche Herz und Kreislauf, Krebs, Orthopädie, Sucht, Neurologie, Psychische Erkrankungen, Geriatrische Rehablilitation, Diabetes, Rheumatische Erkrankungen, Krankheiten der Atmungsorgane sowie der Verdauungsorgane.

Reha-Kliniken

Fachbereiche

Erfassen des Angebots

Ausgangsmenge für die Recherchen waren stationäre Reha-Einrichtungen. Nicht berücksichtigt wurden Kliniken, die ausschließlich Selbstzahler und Privatversicherte behandeln. Auch ambulante und teilstationäre Einrichtungen wurden nicht berücksichtigt. Die Recherche erstreckte sich insgesamt auf einen Zeitraum von zehn Monaten.

Sicherstellung einer mehrdimensionalen Herangehensweise

MINQ verfolgt bei seinen Untersuchungen grundsätzlich einen mehrdimensionalen Ansatz, d.h. eine Einrichtung wird nach unterschiedlichen Gesichtspunkten (Medizin, Pflege, Hygiene) und aus unterschiedlichen Blickwinkeln untersucht. Hierzu zählen u.a die Reputation einer Einrichtung bei Ärzten, Patientengruppen und Selbsthilfeverbänden sowie die Beurteilung von Sozialdienstmitarbeitern.

Zudem werden die Reha-Kliniken selbst befragt nach ihrem Angebot bei der therapeutischen Versorgung, über Struktur- und Prozessqualität, die personelle Situation, Hygienemaßnahmen, Maßnahmen zur Patientensicherheit sowie besondere Serviceleistungen und Ausstattungsmerkmale. Aussagen zur Qualität sind nur schwer zu treffen, aber die Analyse von Leistungsumfang, spezifischen Leistungsangeboten wie medizinisch-pflegerischen Leistungen und besonderen Services ermöglicht es auch Außenstehenden, Unterschiede zwischen den Anbietern herauszuarbeiten und ermutigt zu Vergleichen.

Leider gibt es im Gegensatz zu den Akutkrankenhäusern (Qualitätsberichte nach SGB V) für die Rehakliniken in Deutschland keine verbindliche einheitliche Datenbasis. Obwohl seit dem Jahr 2000 einrichtungsübergreifende und vergleichende Qualitätssicherungsverfahren für Reha-Einrichtungen eingeführt wurden, stehen diese Berichte der Öffentlichkeit nicht zur Verfügung; sie sind weder öffentlich einsehbar noch zugänglich.

Die verschiedenen von MINQ recherchierten Quellen werden unabhängig voneinander erhoben. MINQ legt bei der Konzeption der Recherchemethodik besonderen Wert darauf, dass aus den unterschiedlichen Quellen jeweils ausreichende Indizien für Qualität abgeleitet werden können.

Bundesweite Befragung

Im Rahmen eines bundesweiten Mailings bat MINQ 1387 Häuser um Angaben zu Rehabilitationsmedizin, Ausstattung und Service sowie zu Maßnahmen der Qualitätssicherung, Hygiene und Rehabilitandensicherheit.
Der Fragebogen wurde mit Fachexperten u.a. der DEGEMED (Deutsche Gesellschaft für medizinische Rehabilitation) sowie Experten von der der Universität Kiel entwickelt.

Adressaten der Anschreiben waren jeweils die Geschäftsführer der Rehakliniken. Die Angeschriebenen erhielten verschlüsselte, sichere Zugangsdaten, mit denen sie online Zugriff auf den hinterlegten Fragebogen erhielten. Bei Klinikgruppen informierte MINQ zusätzlich den Pressesprecher bzw. die Abteilungen für Öffentlichkeitsarbeit über die laufende Befragung.

Vorgehen und Auswertungen

Wichtigster Methodikbaustein der MINQ-Recherche ist die Reputation der einzelnen Rehaklinik. Und zwar aus unterschiedlichem Blickfeld: Medizin – Patienten – Sozialdienste.
Hierzu befragte MINQ niedergelassene Ärzte, Klinikchefs und Oberärzte von Akutkliniken sowie Vertreter von Selbsthilfegruppen und Patientenverbänden.

Zudem befragte MINQ die Sozialdienstmitarbeiter der Akutkrankenhäuser. Sie bieten Patienten und Angehörigen eine wichtige Entscheidungshilfe bei der Wahl der passenden Einrichtung. Als Experten besitzen sie oft entscheidende Fachkenntnisse, wenn es um die Vermittlung von Rehabilitationsmaßnahmen oder von Anschlußheilbehandlungen und den dort angebotenen Maßnahmen der Übergangs- und Anschlußpflege geht. MINQ bat daher um positive Empfehlungen von Häusern, die den Sozialdienstmitarbeitern in den zurückliegenden Jahren besonders positiv aufgefallen waren. Rund 930 kontaktierte Sozialdienstmitarbeiter gaben mehr als 1000 Empfehlungen ab.

Der Bereich “Rehamedizin” umfasst Informationen über die von offizieller Stelle gemessene Strukturqualität, über das dem Rehabilitanden zu Verfügung gestellte ärztliche Personal in der Nacht, die Einhaltung von Hygienestandarts sowie eine Auswertung des tatsächlich angebotenen Therapiespektrums.

Die Evaluierung beinhaltete auch Fragen zu Maßnahmen der Qualitätssicherung. Da die gesetzlich vorgeschriebenen Berichte zur Qualitätssicherung – im Gegensatz zu den Akutkrankenhäusern – im Reha-Bereich nicht öffentlich zugänglich sind, bat MINQ die Einrichtungen selbst um Offenlegung ihrer Qualitätsdaten.

Erfreulicherweise haben 40 Prozent der Kliniken Einblick in ihre Qualitätsmessung und deren Ergebnisse gewährt. Diese Bereitwilligkeit zur Transparenz wird von MINQ in der vorliegenden Auswertung belohnt: Kliniken, die sich transparent zeigen, werden in den Listen als “transparente Klinik” besonders gekennzeichnet.

Die Ergebnisse zeigen, ob eine Klinik überdurchschnittlichlich gut im Rahmen des DRV-Messverfahrens beziehungsweise im Gesamtergebnis der Struktur- und Prozessqualität im Rahmen des GKV-Messverfahrens abschneidet. Auch Kliniken, die nicht über Durchschnitt liegen, werden von MINQ im Sinne der Transparenz positiv gewertet, wenn sie ihre Daten offen gelegt haben.

Die Auswertung “Therapiespektrum” gibt dem Rehabilitanden einen Einblick über die Vielfalt der angebotenen therapeutischen Leistungen. MINQ wertete hierfür folgende Bereiche aus: besondere Ernährungsformen, Elektrophysikalische Therapie und Phototherapie, Ergotherapie, Arbeitstherapie, Inhalationen, klinische Psychologie, Krankengymnastik, Massagen und Lymphdrainagen, Sprach- und Sprechtherapie, Thermo-, Hydro-, Hydrogalvanische-, Balneotherapie und ortsgebundene Heilmittel, spezielle ärztliche, Sport- und Bewegungstherapie sowie medikamentöse und sonstige Leistungen aus.

Die Auswertung für Hygiene ermittelt, welche Maßnahmen eine Rehaklinik hinsichtlich der Hygiene ergreift. Befragt wurden die Häuser beispielsweise darüber, in welchen Fällen Rehabilitanden mit hohem Risikopotenzial bei der Klinikaufnahme auf bestimmte Erreger getestet werden(z.B. durch Abstriche von Nasen, Rachen, Wunde, Stuhl und Urin), ob regelmäßige Schulungen zur Händedesinfektion durchgeführt werden oder ob und in welchen Abständen der Desinfektionsmittelverbrauch gemessen wird. Zusätzlich wertete MINQ Teilnahme und Auszeichnung von Rehakliniken im Rahmen der nationalen Kampagne „Aktion saubere Hände“ vom “Aktionsbündnis Patientensicherheit” aus. Die gesamte Auswertung in diesem Bereich bezieht sich ausschließlich auf die Hygienemaßnahmen und bewertet nicht den Hygienezustand eines Hauses.

MINQ evaluiert zudem Kliniken, in denen besonderer Wert auf die Betreuung von komorbiden Patienten mit Diabetes als Nebendiagnose gelegt wird. Da eine Rehaklinik in der Regel mehrere Schwerpunkte hat, werden dort sowohl Patienten wegen ihres Diabetes als auch wegen anderer Grunderkrankungen behandelt, bei denen dann der Diabetes zwar eine „Nebenrolle“ spielt, aber dennoch das Behandlungsergebnis beeinflussen kann. Die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG) hält es für wünschenswert, dass auch in den Rehakliniken trotz Nichtvorhandensein eines „diabetologischen Schwerpunktes“ eine entsprechende Fachkompetenz vor Ort vorhanden ist. Für die Auszeichnung der „Diabetikerfreundlichen Klinik“ hat MINQ in Abstimmung mit der DDG die Rehakliniken u.a. nach den wichtigsten Zertifikaten, der Anzahl spezieller Pflegekräfte sowie dem Vorhandensein von Diabetesberatern vor Ort befragt.

Dieser Bereich zeigt die einzelnen Ausstattungsmerkmale einer Klinik an. Hierzu zählen die Bettenanzahl und das Vorhandensein von Einbettzimmern. Zudem wird ausgewiesen, ob der Rehabilitand bei Bedarf eine erwachsene Begleitperson mitbringen darf.
Außerdem wird angezeigt, für welche Patienten die Klinik geeignet ist: für Erwachsene, Kinder oder Jugendliche.

Da es für die Rehakosten verschiedene verantwortliche Träger gibt, werden in der letzten Spalte die “Kostenträger” angezeigt, mit denen die Klinik entsprechende Versorgungsverträge abgeschlossen hat: Gesetzliche Rentenversicherung (R), Gesetzliche Krankenversicherung (G), Gesetzliche Unfallversicherung (U), Sozialhilfe (S), Private Krankenversicherung (P), Beihilfe (B) oder Berufsgenossenschaft (BG).

Wichtiger Hinweis für alle im FOCUS aufgeführten Kliniken:

Bei den von MINQ recherchierten und im FOCUS publizierten Listen handelt es sich nicht um ein sogenanntes Ranking. Die Listen stellen in ihrer Gesamtheit eine sorgfältig recherchierte Zusammenstellung von empfohlenen Einrichtungen. Deshalb trifft folgende Aussage auf sämtliche im FOCUS  aufgeführten Reha-Kliniken zu und darf von den Einrichtungen uneingeschränkt verwendet werden:

“Die Reha-Klinik wird von dem unabhängigen Rechercheinstitut MINQ auf Grund sorgfältiger Recherchen als ’empfohlene Klinik’ bezeichnet.”

MINQ

MUNICH INQUIRE MEDIA GMBH